Albert Wider, 1910–1985, Bildhauer, Widnau

Albert Wider gehört zu den bedeutendsten Bildhauern, die das Rheintal hervorgebracht hat. Am 28. März 1910 erblickte Albert Wider in seinem Bürgerort Widnau an der Rütistrasse das Licht der Welt. Als Sohn des einfachen Stickers und Kleinbauern Josef Wider und der Katharina Sieber, hat er zusammen mit vier Geschwistern daselbst seine Kindheit verbracht. Nach dem Besuch der Grundschulen in Widnau absolvierte er bei Johann Köppel, Bildhauerei in Widnau eine Steinbildhauerlehre. Der Weg zum Künstler führte über Studien in München, Paris und Rom. Nach seiner Rückkehr ins Rheintal eröffnete Albert Wider 1943 an der Bärenstrasse in Widnau sein eigenes Künstler-Atelier.
Vor allem in den Jahren, die auf den Zweiten Weltkrieg folgten, schuf Albert Wider ein vielseitiges Werk, das hauptsächlich aus Bildhauerarbeiten im öffentlichen Raum, Glasgemälden, Kleinobjekten und Buchillustrationen besteht. Seine Werke dokumentieren in stilistischer Hinsicht einen Künstler als Kind seiner Zeit mit klar eigenwillig gesetzten Akzenten und sicher zeichnender Hand. Scharf geschnittene Gesichter kontrastieren mit rundlicher Körperform, Bewegung mit der beharrenden Ekstase des mystischen Blicks. Formale Gegensätze und trotzdem eine erstaunliche stilistische Homogenität prägen das Werk von Albert Wider und sind zu seinem unverkennbaren Markenzeichen geworden. So werden seine Werke unter Kennern als «Wider» bezeichnet.

Albert Widers Werk ist stark in der Welt der religiösen Motive verwurzelt. Sein kirchliches Schaffen ist Ausdruck einer vom Künstler selbst als tief erlebten Frömmigkeit. Daneben entstanden auch zahlreiche Werke weltlichen Inhaltes, die zum Teil mit Humor alltägliche Begebenheiten darstellen und umsetzen.

Das Werk Albert Widers wurde letztmals 1960 in Buchform gewürdigt. Bis zu seinem Tod, 1985, ist sein Werk kontinuierlich gewachsen und um Werkgruppen und neue stilistische Wege ergänzt worden. Eine Projektgruppe um den Unternehmer Albert Heule mit Astrid Guizzardi-Frei und Franz Alge hat sich zum Ziel gesetzt, aus Anlass des 100. Geburtstags von Albert Wider, eine neue Publikation zu seinem Werk zu lancieren. Das neue Buch «Leben-Werk-Botschaft» soll hauptsächlich auch die Zeit von 1960–1985 dokumentieren. Der Meister und sein markantes Werk sollen integral gewürdigt und die Künstlerpersönlichkeit in einem breit angelegten Spektrum vorgestellt werden. Die Herausgabe des neuen Wider-Buches ist für das Jahr 2015 vorgesehen. Als Verfasser und Konzeptor zeichnet Prof. Dr. Johannes Huber, St. Gallen, verantwortlich.